Centre scolaire Moréchon
KONTEXT UND SETZUNG. Das Areal von Moréchon in Savièse zeigt eine Abfolge von Bauten, deren Zwischenräume eine Reihe gleichmässig rhythmisierter Plätze zeichnen. Ihre Dächer — ein Spiel von Dachflächen mit stets nord-süd-ausgerichteten Firsten — mildern die Wirkung der bestehenden Volumen. Das Projekt führt diese Abfolge weiter: Es schafft einen neuen Platz, gefasst vom Volumen aus Schule / Turnhalle und von der Tagesstruktur (UAPE), die im erweiterten Bibliotheksgebäude untergebracht ist. Das Dach des neuen Volumens, aus mehreren Flächen mit gleicher Firstrichtung, bietet dem Blick eine Kontinuität mit dem Ort.
EIN KOMPAKTES VOLUMEN, DIE SCHULE ÜBER DER TURNHALLE. Um Zersiedelung zu vermeiden und eine gewisse Dichte zu fördern, überlagert das neue Volumen die Schule über der Turnhalle. Die Hangneigung belichtet die halb eingegrabene Turnhalle optimal und bewahrt zugleich einen ebenerdigen Zugang für die Schule. Durch ihren Rücksprung zwischen Bestand und Neubau schafft die UAPE einen kleinen Empfangshof.
ORGANISATION DER RÄUME. Das Gebäude entfaltet sich wie eine kleine Maschine: Zwei sehr unterschiedliche Programme überlagern sich entlang eines strengen, massgeschneiderten Strukturrasters. In den Obergeschossen ordnen sich die Klassenzimmer um einen zentralen Erschliessungsraum, der von zenitalem Licht durchflutet wird, das durch den Spalt zwischen den Dachflächen einfällt und sich um einen Kern dienender Räume dreht. Die Erschliessungen reichen bis an die Fassade und bieten Ausblick und Tageslicht. Die Turnhalle, von Norden zugänglich, wird dank der Hangneigung durch Fenster im Süden belichtet. Das erweiterte Bibliotheksgebäude beherbergt die UAPE; seine sechs schön proportionierten Räume reihen sich entlang der Nord- und Südfassade.
MOBILITÄT UND LANDSCHAFT. Eine Gesamtaufwertung vereint dieses grosse Areal. Bituminöse Flächen weichen begrünten, bepflanzten Weiten, die mit verspielten Plätzchen durchsetzt und durch geschwungene Wege verbunden sind; motorisierte Fahrzeuge treten zurück, ausser Feuerwehr und Lieferungen. Das Areal bleibt für Fussgänger durchlässig und über mehrere Eingänge zugänglich. Die Kinder, am Rand abgesetzt, durchqueren einen bepflanzten Filterraum, bevor sie ihren Pausenhof erreichen, wobei sich der Strom nach Schulstufen aufteilt.
ENERGIE UND NACHHALTIGKEIT. Von der Konzeption bis zur Materialität strebt das Projekt einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung an. Seine Kompaktheit verringert die Bodeninanspruchnahme; eine leistungsfähige thermische Hülle und lokale Materialien minimieren den Energiebedarf. Die ost-west-ausgerichteten Dachflächen sind mit Solarpaneelen bedeckt, welche die Produktion in der Schwachlastzeit begünstigen, während die Dachmitte begrünt ist und das in einer Zisterne gespeicherte Regenwasser zur Bewässerung dient. Ausreichend geschlossene Fassaden und Projektionsstoren schützen vor sommerlicher Überhitzung, ohne auf Ausblick und Licht zu verzichten.
MATERIALITÄT. Die Materialisierung verankert sich im Gebiet von Savièse. Die Reben und ihre Steinmauern rufen nach einem Projekt, das ihren Charakter weiterführt: Der vorfabrizierte Beton der Fassaden erinnert an die Mineralität der Bauten der Landschaft — Rebmauern, Gebäude von Moréchon. Im Innern gliedert ein Wald aus Holzstützen die Räume und ergänzt die Struktur; Wände und Decken aus Holz verbreiten eine warme Atmosphäre für die Kinder, während der Terrazzoboden an den Fels der benachbarten Berge erinnert. Die UAPE teilt dieselben Stimmungen wie die Schule.
In Zusammenarbeit mit François Meyer.