Centre scolaire Vernayaz
Gesamtkonzept. Wie das unendliche Echo, das über die Berge hinaus widerhallt, vervielfältigt sich ein Pavillonmodul in der Umgebung. Auf der Suche nach Einheit innerhalb des zur Verfügung gestellten Perimeters — einer weiten, heterogenen und auseinandergesprengten Fläche — vereint das Projekt durch den Beitrag eines sich wiederholenden Elements verschiedene Welten und Generationen und schafft eine gemeinsame Identität inmitten dieser Vielfalt.
Seine Wiederholung wird zur Regel, wahrgenommen als gemeinsame Sprache, die das Zugehörigkeitsgefühl zu ein und demselben System verstärkt. Diese Norm im Dienste aller erlaubt den Ausdruck des kollektiven Interesses durch das Zusammenwirken der verschiedenen Funktionen und Generationen. Die erhöhte Modularität des vorgeschlagenen Systems erlaubt es, durch Überlagerung und/oder Nebeneinanderstellung vielfältige Funktionen zu beherbergen und dabei eine Flexibilität für allfällige spätere Änderungen von Nutzung und Raumgestaltung zu bewahren. Zudem erleichtert die Unabhängigkeit der einzelnen Einheiten den etappenweisen Bau.
Setzung – Verteilung – Organisation.
- Lage der Turnhalle: vorteilhafte Nähe zur bestehenden Schule, gemeinsame Eingangssituation, doppelte Nutzung des bestehenden Pausenplatzes, Verbindung über den Sockel
- Sporthalle leicht abgesenkt, auf der Höhe des fertigen Untergeschosses der bestehenden Schule, verringert die Wirkung des Gebäudes auf seine Umgebung
- Funktionen und Dienste um die Sporthalle angeordnet, ein Balkon als kranzförmige, erhöhte Tribüne rund um die Halle, Buvette und Eingang in direkter Beziehung zur Halle
- klare Definition des stärker gefassten Schulhofs, Festplatz (Zelt)
- Kita/Tagesschule/Vereine: gemischtes Programm, öffnet sich zum Schulhof, indem der Pausenplatz aufgehoben wird, der ursprünglich die alte Schule mit der nun überflüssigen alten Sporthalle verband => Hof = Begegnungsort für alle Generationen
- SEIC-Räume: einstöckiges Modul, im Untergeschoss mit dem alten Grand Hôtel verbunden für die erste Etappe; Überlagerung desselben Moduls über zwei Geschosse, ebenfalls im Untergeschoss mit dem alten Grand Hôtel verbunden, für die zweite Etappe
- Fussball-Räume: Pufferraum zwischen den beiden Feldern (Spiel- und Trainingsfeld), zweiseitige Ausrichtung des Gebäudes, das als Tribüne, Garderobe und Buvette für beide Felder genutzt werden kann
Konstruktionssystem und Materialität.
- Tragsystem: Betonskelett Stütze/Träger/Decke, Reduktion auf die reine Tragstruktur in Form einfacher geometrischer Elemente
- erdbebensichere Aussteifung: gewährleistet durch Betonscheiben in den Ecken + Nutzung der Servicekerne und Aufzugsschächte
- freier Grundriss: leichte Innentrennwände können nach Belieben der Nutzer angeordnet werden; eine Freiheit, die es den Funktionen erlaubt, den Grundriss ihrer Einrichtung zu bestimmen
- Fassadengestaltung unabhängig von der Tragstruktur
- innere Materialität: leichte Trennwände nach Belieben der Nutzer (Glas / Gips / Holz) + Sichtbeton für die Primärstruktur + mikroperforierte Holzpaneele für die akustischen Elemente
- begrüntes Dach: verleiht dem Ort einen bukolischen Charakter
Energiekonzept.
- rationelle kompakte Form der Module und vereinfachte Typologie erlauben, den Energieertrag zu optimieren
- grosse Glasflächen erlauben im Winter einen erheblichen passiven Solargewinn; Sonnenschutz aus mikroperforiertem Gewebe auf Führungsschienen (Windbeständigkeit) an den im Sommer am stärksten besonnten Fassaden
- homogene natürliche Beleuchtung der Räume erlaubt, den Verbrauch an Kunstlicht erheblich zu senken
- Beton / Aussendämmung / wärmedämmendes Glas erlauben, den Minergie-Standard wirksam zu erfüllen
- Beton = lokales Material, das die Zuschlagstoffe der Rhone und der Dranse nutzt
- Trägheit des Gebäudes optimiert durch ein System aktivierter Decken
- Nutzung des Grundwassers (in Vernayaz relativ hoch) über eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe, die im Sommer eine Kühlung der aktivierten Decken und der sanften Lüftung erlaubt
- optimale Integration der Technik in die abgehängte Decke, unter Nutzung der statischen Höhe der Betonträger