Fondation Le Castel

Martigny · Gesundheit · 2021

Das neue Alters- und Pflegeheim liegt in einem Gebiet mit Mehrfamilienhäusern, das überwiegend aus den 1970er-Jahren stammt: ein sehr heterogenes Gefüge, mehrheitlich aus kompakten Baukörpern mit einer durchschnittlichen Höhe von 13 m. Diese erzeugen einen periurbanen öffentlichen Raum ohne Geschäfte und ohne Fluchten, begrenzt entweder durch eine Hecke oder durch private Parkplätze.

In diesem Kontext ist der Park eine notwendige Atempause für das Quartier, aber auch auf der Ebene der Stadt, die nur wenige öffentliche Grünräume dieser Grösse bietet. Er will stark begrünt, offen, öffentlich und vernetzt sein und zeigt sich so an allen ihn säumenden Strassen: der Rue de Proz-Fontana, der Rue des Artifices, aber auch der Rue du Castel.

Das Gebäude fügt sich in diesen Park ein. Durch seine Form sucht es jedoch nicht, sich als Hauptfigur zu behaupten, sondern vielmehr mit dem Park zu komponieren. So zeigt es zur Strasse die leicht zurückgesetzten Giebel, deren Gabarit jenem der umliegenden Bauten ähnelt; seine gefaltete, parkseitig versetzte Form erzeugt mehrere Ebenen, die seine visuelle Wirkung mindern; schliesslich erlaubt seine Setzung mit einem leicht unter Strassenniveau liegenden Erdgeschoss zugleich, die Höhe des Baus zu verringern und die Beziehung der Bewohner zum Garten intimer zu gestalten.

Die Gliederung der Fassaden vermittelt das Bild eines kleinen Wohnhauses. Ohne Betonung eines Sockels oder einer Bekrönung steht das Gebäude ohne Hierarchie der Funktionen im Park und stellt zunächst die Einheit des Zimmers in den Vordergrund, durch ein feinfühliges Spiel aus Horizontalen in Betonfertigteilen und Vertikalen in Keramik.

Die dreiarmige Form des Gebäudes schafft drei Teilräume im Park, von denen jeder eine Beziehung zu einem bestimmten Element des Pflegeheim-Programms pflegt. Im Süden öffnen sich die öffentliche Cafeteria der Einrichtung wie auch der Haupteingang zum grossen öffentlichen Park.

Im Osten ist die Grünfläche kleiner. Diskreter, aber visuell mit der Stadt verbunden, beherbergt dieser Raum den Hauptspeisesaal der Bewohner. Im Westen schliesslich öffnet sich der Bibliotheks- und Ruhebereich der Bewohner zu einem kleineren, dichten und intimen Garten nahe der Suone, der auch den therapeutischen Garten aufnimmt.

In den Obergeschossen erlaubt dieselbe Form, drei getrennte und autonome Einheiten wirksam zu erschliessen, wobei jedes Zimmer einen Blick auf den Park hat. Das Zentrum vereint die gemeinsamen Aktivitäten wie Speisesäle, Familienräume, ICUS-Büros oder Pflegeräume sowie alle für die Organisation des Heimlebens nötigen Dienste. An den Enden liegen die intimeren Aufenthaltsräume der Einheiten, nach aussen durch eine Loggia verlängert.