Appartement La Bâtiaz

Martigny · Wohnen · 2018-19

Das 1964 errichtete Gebäude sieht sich mit der Wohnrealität von 2019 konfrontiert. Seine introvertierte Typologie, die alle Räume streng abtrennt, steht den Bedürfnissen zeitgenössischer Lebensweisen gegenüber, die keine starre Abgrenzung zwischen den Räumen mehr verlangen. Die Wohnung befragt so die Lebensweise ihrer Bewohner — zweier zusammenlebender Personen, die folglich die Schwellen ihres Wohnraums flexibler erleben.

Die Typologie zielt darauf, eine räumliche Grosszügigkeit zu schaffen, die von einer Fliessfähigkeit zwischen den Räumen profitiert. Der Eingriff besteht also darin, die bestehende Struktur maximal zu öffnen. So wird ein räumliches Kontinuum entwickelt, das eine Diagonale von rund 11 m erzeugt, entlang derer die Tagesfunktionen angeordnet und zugleich von Licht durchflutet werden.

Die Wohnung übernimmt zudem eine schlichte und elegante Materialität, um den Bewohnern die Möglichkeit zu geben, sie sich frei anzueignen. Nur einige Elemente, die der Wohnung ihren häuslichen Status verleihen können, bleiben erhalten. So bekräftigt das durchgehende Holzparkett zwischen allen Räumen dieses Merkmal und verstärkt zugleich die feine Verbindung zwischen den Räumen. Dieser Eingriff erlaubt folglich, das Potenzial eines völlig banalen Ortes hervorzuholen, um ihn in einen hellen und einladenden Lebensraum zu verwandeln.