Cabane du Demècre

Fully · Hotellerie · 2015-16

Im Herzen der Walliser Alpen schmiegt sich die Cabane du Demècre. Wie ein kostbares Juwel bettet sich diese Hütte auf 2'361 m am Col du Demècre in eine mineralische Fassung. Über dem Rhoneknie gelegen, gegenüber den schwindelerregenden Wänden der Dents de Morcles, öffnet sich ihr Panorama auf den Grand Chavalard, taucht hinab zum oberen See von Fully und entflammt die Berge des Trient-Plateaus, um sich bis zu den Ufern des Genfersees zu verlieren.

Der Bau der Hütte beginnt mitten im Ersten Weltkrieg. Damals beherbergte diese Baracke 120 Soldaten und galt der Armee als strategischer Ort. Die Männer schliefen auf Seetang, einer Alge, die auf Maultierrücken bis zum Col du Demècre gebracht wurde. 1915 überlässt die Armee das verfallene Gebäude der Burgergemeinde Fully zum symbolischen Preis von einem Franken. Die Burgergemeinde Fully überträgt den Betrieb der Hütte dem Club der „Trotteurs“. Aus einer Militärbaracke verwandelte sie sich 1989 in eine Unterkunft und beherbergt seither Wandernde.

Seit rund dreissig Jahren vom Club „Les Trotteurs de Fully“ als Schutzhütte genutzt, galt es, ihren Betrieb und ihre Organisation neu zu denken und zugleich ihre Energie und Infrastruktur zu optimieren. Bestrebt, das Erbe zu sichern und ihren authentischen Charakter zu bewahren, entscheidet sich das Projekt für eine Sanierung, die das Gesamtbild des Gebäudes erhält.

Die Anordnung der Räume im Innern wird unter Nutzung des bestehenden Volumens neu gedacht. Eine bedeutende Erweiterung und der zusätzliche Lichteinfall verleihen dem Speisesaal einen einladenderen Charakter. Er wird so zu einem geräumigeren und helleren Ort. Dieser Lebensraum erlaubt es nun, eine Zahl von Gästen aufzunehmen, die der Bettenkapazität entspricht.

Im Herzen des Speisesaals, rund um den Holzofen, bringt ein neuer Salonbereich den Wandernden Wärme und Komfort. Die funktionale, offene Küche lädt die Wandernden ein, am Leben der Hütte teilzunehmen: Mahlzeiten zubereiten, abwaschen. Die Einrichtungen sind folglich darauf ausgelegt, Kontakte und die Entfaltung eines kollektiven, flüchtigen Lebens zu begünstigen. Im Schlafbereich verbessert die Schaffung einer Garderobe nahe den Schlafsälen den Komfort der Gäste deutlich und gibt ihnen zugleich die Möglichkeit, sich diesen zugleich intimen und gemeinschaftlichen Raum besser anzueignen.

Der ursprüngliche Dachstuhl wird von jeder Verkleidung befreit und so im Innern wieder zur Geltung gebracht. Er verleiht dem Gebäude seinen ganzen Charme, indem er die verschiedenen Spuren seiner Geschichte sichtbar macht. Die Sanierung der Fassade vollendet diese Verjüngungskur durch den Einsatz dauerhafter Materialien wie vorvergrautem Lärchenholz.