Ensemble résidentiel Diolly

Savièse · Wohnen · Laufend

EIN ZU ÜBERDENKENDER STANDORT. An einem markanten Ort im Wohnquartier Diolly, an der Grenze der Gemeinden Savièse und Sion, hatte die Parzelle der ehemaligen chirurgischen Klinik Diollymed ihre Grenzen gezeigt — sowohl hinsichtlich der baurechtlichen Konformität als auch der landschaftlichen Einbindung. Die Aufgabe ihres Betriebs und der anschliessende Abbruch boten die seltene Gelegenheit, den Standort vollständig neu zu denken und seine Wirkung auf das unmittelbare Umfeld zu überdenken. In diesem Kontext erhebt sich ein Neubau, der sich mit Bedacht in seine Umgebung einfügt und den zeitgemässen Anforderungen einer verantwortungsvollen Siedlungsentwicklung gerecht wird.

SICH IN DEN HANG EINSCHREIBEN. Das Projekt misst einer durchdachten Innenentwicklung grosse Bedeutung bei und sucht die harmonische Verschmelzung mit dem bestehenden Wohngefüge. Die Parzelle weist ein starkes Gefälle auf, das die Setzung unmittelbar geprägt hat: Die beiden Gebäude staffeln sich terrassenförmig, um dem doppelten Hang des Geländes zu folgen und sich natürlich in das Relief einzufügen. Diese Anordnung begrenzt die Sichtbarkeit der Baukörper von den Strassen Diolly und Lentine aus und reduziert den visuellen Fussabdruck der Anlage zugunsten der Geländekonturen.

ZWEI GEBÄUDE, SECHS WOHNUNGEN. Die Anlage besteht aus zwei eigenständigen Gebäuden mit je drei 4,5-Zimmer-Wohnungen, insgesamt sechs Einheiten. Jede Wohnung bietet eine Wohnfläche, die jener eines Einfamilienhauses entspricht, und öffnet sich auf eine grosszügige begrünte Terrasse. Diese privaten Garten-Terrassen, bepflanzt mit Sträuchern und kleinen Bäumen, verlängern den Wohnraum in ein grünes Umfeld und verleihen jedem Lebensraum einen ausgesprochen landschaftlichen Charakter.

VERDICHTEN OHNE ZU VERARMEN. Der Ansatz vereint Verdichtung und Erhalt der Biodiversität. Die begrünten Dächer — extensiv auf dem Hauptdach, intensiv auf den Terrassen — verbinden sich mit Retentionsflächen und versickerungsfähigen Anlagen zu einem nachhaltigen Regenwassermanagement, kühlen die Decken im Sommer und fördern die lokale Artenvielfalt. Energetisch sorgt eine Erdwärmepumpe für Heizung und Kühlung über den Boden, ergänzt durch eine Komfortlüftung und eine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch. Die bewusst effiziente Anordnung der Zufahrten reduziert die befahrbaren Flächen auf ein Minimum.

EINE MINERALISCHE HÜLLE. Die Materialität setzt dieses Streben nach Einbindung fort: mineralische Fassaden, akzentuiert durch Einsätze aus profilierten Metallverkleidungen, und Fenster aus Holz-Aluminium mit Dreifachverglasung samt textilem Sonnenschutz. Im Respekt vor dem natürlichen Gelände und den Grundsätzen der Nachhaltigkeit konzipiert, bietet die Anlage sorgfältige Ausstattungen in einem Rahmen, der in voller Harmonie mit der Landschaft von Diolly steht.