Mzamba School
Der Eingriff betrifft einen Ort von aussergewöhnlichem Charakter in einem besonderen sozioökonomischen Kontext. Diese weite Wiesenfläche säumt den Mzamba-Fluss an seiner Mündung in den Indischen Ozean. Das Grundstück liegt im ehemaligen Bantustan Transkei, einem Gebiet, das seit der Demokratisierung Südafrikas nur wenig Entwicklung erfahren hat. Die Provinz Ostkap gehört damit zu den ärmsten Regionen des Landes.
Das Projekt beruht auf der Schaffung eines erweiterbaren Schulkomplexes, der den Kindern der umliegenden Dörfer ausreichende Unterrichtsflächen sichert. Das gesamte Programm ist um einen begrünten Innenhof organisiert und schafft so die Gelegenheit für einen angenehmen überdachten Rundgang. Dieser erlaubt eine fliessende Verbindung der verschiedenen Räume: Eingang, Pausenhof und Klassenzimmer.
Die konstruktiven und architektonischen Entscheidungen orientieren sich ebenfalls an einer Verringerung der Umweltbelastung. Dazu erlauben der Einsatz lokaler Ressourcen, eine einfache Bautechnik und ein nachhaltiges Energiekonzept zugleich, auf die spezifischen Zwänge des lokalen feucht-subtropischen Klimas zu reagieren und eine behutsame Einbettung des Objekts in seine Umgebung zu gewährleisten.
Deshalb ist die Form des Daches kein Zufall. Die Ausrichtung der Dachflächen erlaubt es nämlich, das Regenwasser in einer Zisterne zu sammeln, um es insbesondere in einen Brunnen umzuverteilen, der den Schulhof bereichert. Diese Elemente schreiben das Projekt nicht nur in den Willen ein, die Schule dauerhaft in ihren Kontext einzubetten, sondern auch in eine architektonische Suche, die diesem bescheidenen Programm eine gewisse Feinheit samt Funktionalität verleiht.
Der Bauprozess erfolgt in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Gemeinschaft, um neben einem schonenden Umgang mit der Umwelt und der Senkung der Kosten auch eine echte Kompetenzentwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen innerhalb der Mzamba-Gemeinschaft zu sichern. Das erste Klassenzimmer wurde in drei Bauetappen mit Hilfe der Studierenden der Technischen Universität München errichtet und Anfang 2012 übergeben.
Universitäres Projekt (TUM) für den Bau einer Schule in Südafrika. In Zusammenarbeit mit Ludwig Zitzelsberger, unter der Leitung und fotografiert von Markus Dobmeier.